Was ist eigentlich Virtual Reality? Und wie könnt ihr selbst durch virtuelle Welten reisen?

Virtuelle Realitäten – Brille auf und schon in einer anderen Welt

Vir­tu­al Real­i­ty ist wahrschein­lich den meis­ten schon mal untergekom­men, entwed­er in den Sci­ence-Fic­tion-Roma­nen der 90er Jahre, William Gib­son und der ganze Cyber­punk dreht­en sich oft um virtuelle Wel­ten, bei der man ein­fach eine Brille auf­set­zt, Hand­schuhe anlegt und dann in eine com­put­er­gener­ierte Welt abtaucht.

Oder aber man hat sie in ein­fach­er Form schon selb­st erlebt, mit ein­er Papp­brille und dem Smart­phone dahin­ter, die ein­fach­ste 3D-Tech­nik über­haupt. Spätestens mit „Ready Play­er One“, als Film oder als Buch, ist der Vir­tu­al-Real­i­ty-Hype im Main­stream angekom­men, hat sich doch mit Steven Spiel­berg kein Unbekan­nter des The­mas angenom­men.

Aber zurück auf null: was ist Virtual Reality?

Vir­tu­al Real­i­ty ist ein­fach das direk­te Erleben ein­er virtuellen, also vom Com­put­er gener­ierten Welt. Das geht heutzu­tage über spezielle Brillen, die alle nach dem Stere­oskopie-Sys­tem arbeit­en. Eine Kam­era zeich­net die Welt mit zwei Lin­sen auf, die auf Augen­ab­stand geset­zt sind. So wird der Blick­winkel unser­er Augen simuliert. Anschauen kann man das dann mit speziellen Brillen, die in ihrer Funk­tion gar nicht mal so neu sind.

Hier das Kaiser­panora­ma, das im Märkischen Muse­um in Berlin ste­ht. Dort kön­nt ihr euch anschauen, wie der Kaiser durch Berlin paradiert, natür­lich nicht bewegt, son­dern nur auf Fotos, aber immer­hin drei­di­men­sion­al:

Die Bilder, die im Panora­ma dargestellt wer­den, sehen in etwa so aus (nur, dass das natür­lich nicht der Kaiser ist…):

Wie funktioniert VR?

Heutzu­tage benutzen wir zur Darstel­lung der drei­di­men­sion­alen Bilder natür­lich Com­put­er, entwed­er in Form von Smart­phones, als eigen­ständi­ge Brillen oder als Brillen mit Com­put­er­an­schluss. Direkt ins Ner­ven­sys­tem, so wie bei „Strange Days“ von 1995 geht die Über­tra­gung der virtuellen Welt (noch) nicht.

Meine Empfehlungen zum Einstieg

Cardboard-Brillen

Wenn ihr nur eine ein­fache Vorstel­lung davon bekom­men wollt, wie Vir­tu­al Real­i­ty aussieht, dann empfehle ich euch eine Card­board-Brille (gibt es bei eBay für knapp 4 Euro inkl. Ver­sand) und euer Smart­phone. Bei YouTube gibt es viele Videos, die mit der Split-Screen-Tech­nik aufgenom­men wur­den. Wenn ihr die Brille habt,

  • ruft ihr auf eurem Smart­phone also die entsprechen­den Videos auf,
  • startet sie,
  • geht in den Voll­bild­modus und
  • legt das Smart­phone in die Brille ein.

Das reicht schon, um in ein­er Achter­bahn viel Spaß zu haben oder sich von Zom­bies erschreck­en zu lassen. Über das per­sön­liche Erleben von 3D geht das Erleb­nis allerd­ings nicht hin­aus – ihr schaut eigentlich nur einen 3D-Film aus der Ich-Per­spek­tive.

Oculus Go und Samsung Gear VR

Wenn ihr den näch­sten Schritt gehen wollt, dann sind wir auch schon bei der Ocu­lus Go. Da die Ocu­lus Go kein Smart­phone oder einen Com­put­er benötigt, ist sie kom­plett unab­hängig zu benutzen. Zur Brille dazu bekommt ihr einen Con­troller und dann benötigt ihr noch WLAN, das war’s! Also ganz ein­fach: Brille auf­set­zen und starten.

Ich habe selb­st mit ein­er Ocu­lus Go ange­fan­gen, da sie a) preiswert ist und b) keine Lief­er­eng­pässe hat.

Und ich kann euch sagen, ich habe viel Spaß mit mein­er Ocu­lus Go gehabt, die ich für 129,- Euro gebraucht gekauft hat­te. So bin ich z.B. bei „Smash the Beat“ — einem Spiel, bei dem ihr mit einem virtuellen Ham­mer oder Schw­ert auf euch zurasende Kästen tre­f­fen müsst — immer­hin die Nr. 1 im Leader­board 😀

Die Ocu­lus Go ist zwar eigentlich nur für das Anschauen von Fil­men und anderen Medi­en konzip­iert, aber es gab auch viele find­i­ge Entwick­ler, die ein­fache Spiele entwick­elt haben. Mit dem ein­fachen Con­troller kön­nt ihr schon viel anfan­gen, nur die Bewe­gung im Raum funk­tion­iert nicht, d.h. die Brille weiß nicht, ob ihr durch die Gegend lauft. Ist auch nicht so schlimm, denn für das Rum­laufen benötigt ihr defin­i­tiv mehr Platz als ich zu Hause habe!

Oculus Quest, die bessere (und teurere) Brille

Da geht noch mehr, dachte ich mir irgend­wann und bin auf das bessere Mod­ell, die Ocu­lus Quest umgestiegen. Ocu­lus, als kleine Anmerkung, gehört übri­gens zu Face­book…

Die Ocu­lus Quest ist von der Auflö­sung deut­lich bess­er, hat 2 Con­troller, ihr kön­nt mit bei­den Hän­den agieren und ihr kön­nt euch auch im Raum bewe­gen – keine Angst, man legt einen virtuellen Käfig fest, die Brille benachrichtigt euch, bevor ihr in euren Schrank ren­nt. Außer­halb des Käfigs schal­tet die Brille übri­gens auf Behelf­skam­eras um, sodass ihr den Schrank wirk­lich rechtzeit­ig seht.

Auch gibt es mehr Anwen­dun­gen, vor allem Spiele als für die Ocu­lus Go, z.B. das weit­bekan­nte „Beat Saber“.

Wie anfangen mit Virtual Reality?

Wie oben schon geschrieben, reicht für einen ein­fachen Ein­blick die Card­board. Damit kön­nt ihr mal schauen, wie sich das ganze anfühlt.

Richtige VR bekommt ihr dann allerd­ings nur mit ein­er echt­en Brille. Preis­lich ist die Ocu­lus Go dann doch das bessere Ein­steiger­mod­ell, auch ist die Bedi­enung sehr viel ein­fach­er, es gibt auf dem Con­troller ein­fach nicht so viele ver­wirrende Knöpfe, son­dern ein schönes Touch­pad, das intu­itiv mit dem Dau­men bedi­ent wer­den kann. Abge­se­hen davon, s.o., keine Lief­er­eng­pässe.

Wenn ihr dann Blut geleckt habt, dann ist der Umstieg auf die Ocu­lus Quest der näch­ste Schritt, so wie ich es gemacht habe – gle­ich mit 500 Euro einzusteigen, ist halt auch nicht jed­er­manns Sache.

Preise für die Apps

Meine ersten Ein­blicke zeigen mir auch, dass die Ocu­lus Quest nicht nur teur­er ist, son­dern die Apps und Spiele auch mehr kosten. Wieder ein Plus­punkt für das Ein­steiger­mod­ell Ocu­lus Go!

Motion Sickness – virtuelle Seekrankheit

Eine kleine Anmerkung noch zur soge­nan­nten Motion Sick­ness, also der Seekrankheit durch Bril­len­be­nutzung. Wenn euch die Brille Bewe­gun­gen vor­gaukelt, die euer Kör­p­er aber nicht fühlt, dann set­zt die Seekrankheit ein – denn euer Gehirn denkt: der einzige Grund, warum ihr denkt, dass ihr euch bewegt, obwohl ihr es nicht tut, ist, dass ihr eine Vergif­tung habt. Also raus mit allem, was ihr gegessen habt ? Dass euer Pri­matenge­hirn noch nicht mit VR-Brillen gerech­net hat, ist halt ein Nachteil unser­er Evo­lu­tion…

Gute Spiele ver­hin­dern durch gute Pro­gram­mierung, dass ihr die virtuelle Seekrankheit bekommt, d.h. es gibt auch für Leute wie mich, die sehr anfäl­lig für Motion Sick­ness sind, genug Möglichkeit­en. Und dann gibt es noch die The­o­rie: ihr kön­nt das Gehirn trainieren, indem ihr regelmäßig an eure Gren­zen geht, aber möglichst nicht darüber.

Fazit: Virtuelle Realitäten sind inzwischen was für jedermann!

Virtuelle Wel­ten, in denen wir mit anderen inter­agieren kön­nen, sind um die Ecke, es gibt sie auch schon, aber meines Eracht­ens sind sie noch etwas zu rudi­men­tär. Aber was ger­ade in den Laboren geschieht, ist schon beachtlich. Wir sind schon neugierig ?

Da es aktuell schon viel an Spie­len, Apps und Videos gibt und mit der Ocu­lus Go auch eine Ein­steiger-Brille, ist ger­ade jet­zt ein guter Zeit­punkt, auch mal Vir­tu­al Real­i­ty auszupro­bieren. Und wenn ihr dann regelmäßig dabei bleibt, euch mit Sport­spie­len beschäftigt, dann purzeln sog­ar eure Pfunde – ich habe in den let­zten Wochen immer­hin 3 Kilo durch „Smash the Beat“ und “Golf 5 Wipp” abgenom­men!

Ich hoffe, ich kon­nte euch mit mein­er Begeis­terung für Vir­tu­al Real­i­ty etwas ansteck­en, insofern würde ich mich freuen, euch bald in der virtuellen Real­ität begrüßen zu kön­nen!
Euer Diet­mar

 

 

 

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