Was sind eigentlich Klarnamen

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Für Facebook gilt der Klarnamenzwang, doch was bedeutet das überhaupt?

Schon seit Jahren geht die Debat­te um, ob Face­book den Klar­na­men­zwang durch­set­zen kann. Immer wieder ver­suchen Daten­schutzbeauf­tragte, Face­book auf gerichtlichem Weg dazu zu bewe­gen, Pseu­do­nyme zuzu­lassen — und scheit­ern regelmäßig.

Aber was sind eigentlich Klarnamen?

Als Klar­na­men­zwang beze­ich­net man den Zwang dazu, sich in einem sozialen Net­zw­erk mit dem echt­en Namen anmelden zu müssen, also nicht mit „Dagob­ert Duck“, seinem Pseu­do­nym, Spitz­na­men o.ä.

Und warum will Facebook den Klarnamenzwang?

Die offizielle Erk­lärung ist, dass Miss­brauch ver­hin­dert wer­den soll. Das kann ja dur­chaus sein, dass da in Aus­nah­me­fällen der Klar­name hil­ft, man gibt halt keine sen­si­blen Infor­ma­tio­nen an die Falschen.

Es kann allerd­ings auch ander­sherum sein, dass ger­ade mit dem Klar­na­men Miss­brauch getrieben wird. Und der größte Schelm in dieser Hin­sicht ist sicher­lich Face­book, denn Face­book lebt ja bekan­nter­maßen von Wer­bung, d.h. im konkreten Fall vom Verkauf und der Verknüp­fung von Adressen. Dazu ist es natür­lich essen­tiell, den Klar­na­men der Per­son zu haben. „Dagob­ert Duck, eine Werbe­sendung für Sie!“ führt da nicht zum Ziel.

Die rechtliche Situation

In Deutsch­land ist es erlaubt, ein Pseu­do­nym zu führen. Warum also das Prob­lem? Face­book funk­tion­iert nicht nach deutschem Recht, son­dern nach irischem, denn Face­book operiert aus Dublin. Dass das immer noch so funk­tion­iert, liegt zu großen Teilen an unser­er Kan­z­lerin, für die das Inter­net ja bekan­ntlich Neu­land ist. Dass Ini­tia­tiv­en wie die DSGVO den­noch europaweit wirken, hat mit dem Europa­parla­ment zu tun und keineswegs mit der deutschen Regierung.

Was ist zu tun?

Face­book set­zt den Klar­na­men­zwang durch, d.h. wenn Sie sich wirk­lich als Dagob­ert Duck anmelden, fliegen Sie mehr der weniger schnell auf. Face­book hat eine Daten­bank mit typ­is­chen Namen, eben auch Dagob­ert Duck und Co. und checkt alle neuen Anmel­dun­gen und Namen­sän­derun­gen.

Wenn Sie also keinen Klar­na­men benutzen wollen, soll­ten Sie Stan­dard­na­men erfind­en, die keinen Ver­dacht erre­gen, z.B. 0815-Namen wie Michael Müller oder leichte Abwand­lun­gen Ihres Namens wie Mike Muller. Let­ztere haben den Vorteil, dass Ihre Fre­unde Sie auch wieder­erken­nen kön­nen – und dabei geht es ja doch bei sozialen Net­zw­erken.

Facebook fördert das Petzen

Face­book will die Ver­weiger­er von Klar­na­men find­en, z.B. indem Ihre Fre­unde dazu anges­tiftet wer­den zu pet­zen. Dass das ethisch über Face­book einiges aus­sagt, ist offen­sichtlich – nie­mand mag die Pet­ze und der Ans­tifter wird genau­so bestraft wie der Täter. Aber was erwartet man von einem Net­zw­erk, das von Nerds erfun­den wurde, soziale Ver­hal­tensweisen sind offen­sichtlich nicht deren Stärken.

Was tun, sprach Zeus?

Wägen Sie ab, wie wichtig Ihnen die ganze Geschichte ist. Meinen Seminarteilnehmer/innen rate ich meist, erst mit einem Pseu­do­nym zu begin­nen und später, wenn man Face­book ver­ste­ht, zum Klar­na­men zu wech­seln. Denn bei den vie­len mein­er Teilnehmer/innen beste­ht eine große Angst oder auch Ehrfurcht vor Face­book und ohne das Pseu­do­nym wür­den sie sich nicht anmelden.

Weiß Facebook wirklich nicht, wer ihr seid?

Selb­st, wenn ihr euch mit einem Pseu­do­nym anmeldet, kann Face­book aus vie­len anderen Fak­toren Rückschlüsse auf eure Iden­tität ziehen, z.B. aus eur­er Email-Adresse. Meine Agen­tu­radresse heißt z.B. dietmar.fischer@argo.berlin. Da ist der Name schon recht promi­nent zu erken­nen, es hil­ft auch kein Pseu­do­nym.

Mehr Details zu Face­books Möglichkeit­en find­et ihr bei der Net­zwelt. Dort wird auch erk­lärt, dass es immer noch eine Klar­na­menpflicht gibt. Viele Medi­en bericht­en, die sei 2018 gekippt wor­den, was lei­der nicht stimmt.

Ein schönes Woch­enende wün­scht
euer Diet­mar Fis­ch­er
(das ist mein Klar­name)


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2 comments

  1. Manch­mal gibt es auch Men­schen, die sich mit Klar­na­men anmelden und den­noch ges­per­rt wer­den — denn ungewöhn­liche Nach­na­men mag Face­book nicht, doch mit­tler­weile ken­nen sie mich 😉

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    1. Hi Melu, hat nen biss­chen gedauert mit der Antwort 😉 Also dein Nach­name ist eigentlich immer das beste Beispiel, wird nur von Bill Clin­ton oder Angela Merkel getoppt! LG Diet­mar

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